Panzerschlauch geplatzt, als Mieter – wer haftet für den Schaden?

Erstellt am: 16.07.2017 16:17 Uhr

Panzerschlauch geplatzt und die Wohnung steht unter Wasser. Dies ist wohl das schlimmste Szenario, welches man sich als Mieter ausmalen kann. Noch brenzliger wird es, wenn neben der eigenen Wohnung weitere betroffen sind. Das kann der direkte Nachbar sein oder der Mieter unter Ihnen. Nun geht es um die wichtige Frage, wer kommt für den Schaden auf?

Wir spielen dies einmal an folgendem Beispiel durch. Die Schadenstelle liegt im Badezimmer. Dort ist die flexible Schlauchleitung, welche von den Armaturen des Waschbeckens zum Wasseranschluss an der Wand führt, geplatzt. Durch diesen Unglücksfall wird das Badezimmer unter Wasser gesetzt. Weiterhin kommt es zu einem Wasserschaden in der Wohnung des unmittelbaren Nachbarn und auch der Schädigung des darunter befindlichen Mieters.

Wohnung unter Wasser – die rechtliche Lage für Mieter

Bei einem solchen Schaden wird man die Frage der Haftung stets nach dem Verursacher Prinzip klären müssen. Hier scheint natürlich der Mieter ganz klar im Fokus zu stehen. Denn in seiner Wohnung ist die Quelle für den Schaden und diese könnte auch von Ihm beeinflusst oder beschädigt worden sein. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Verstopfung im Rohr entsteht und diese nicht entfernt wurde. Dadurch also der Schlauch platzt. Diese sogenannte unsachgemäße Nutzung kann Ihnen dann als Mieter und somit als Verursacher für den geplatzten Schlauch, vorgeworfen werden.

Was ist aber wenn der Schlauch durchgerostet ist oder der Schaden eigentlich auf Mängel am Eigentum des Vermieters zurückzuführen ist. Eine fehlerhafte Installation durch die Sanitärfirma könnte in diesem Fall ebenso Ursache sein. Hier müsste dann die Versicherung des Vermieters für den Wasserschaden durch den geplatzten Flexschlauch aufkommen. Für Sie gilt, den Schaden schnellst möglich Ihrer Versicherung zu melden, um Ihrer Pflicht als Mieter nachzukommen.

Eindeutig, zweideutig - der Wasserschaden durch einen defekten Flexschlauch

Gänzlich eindeutige Klärung gibt es selbst vor dem Gericht nicht. Dabei kommt es auf die Prüfung durch die Versicherungen an, wie sie zum Beispiel durch die Wohngebäudeversicherung vorgenommen werden. Hier wird nun festgestellt, ob ein grob fahrlässiges Verhalten durch den Mieter vorliegt. Wichtig in einer solch verzwickten Situation ist natürlich, dass der Vermieter hier eine Manipulation nachweisen muss und in der Beweispflicht steht.

Wird diese nachgewiesen, so kann der Mieter eventuell seine private Haftschutzversicherung in Anspruch nehmen. Hingegen gibt es gerichtlich bisher keine eindeutigen Ansichten, was die grobe oder einfache Fahrlässigkeit in solchen Fällen betrifft. Empfehlenswert ist daher immer die regelmäßige Prüfung der Schlauchleitung, insofern dies möglich ist. Ebenfalls wichtig ist es einen Aquastop anzubringen. Zum Beispiel bei Waschmaschinen und Spülmaschinen.